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Nicht "Welches Werkzeug?" sondern "Mit welcher Haltung?"

Aktualisiert: 25. Dez. 2023


Die Welt ist ständig im Wandel, neue Erkenntnisse, Methoden und Ansätze kommen auf. Immer wieder scheint für die Unternehmenssteuerung der heilige Gral gefunden, die nun wirklich beste Methode. Egal ob Lean, SixSigma, TOC, Agile oder OKR, nach dem ersten Enthusiasmus zeigt sich die Wahrheit in der Erfahrung und sie ist immer gleich: Manche Unternehmen sind unglaublich erfolgreich mit der Anwendung der Methode, viele andere verschwenden nur Geld und Zeit damit und sehen keine oder kaum positive Wirkung.


Als Trainerin für Konfliktlösung habe ich ebenso mit einer ständigen Entwicklung neuer Werkzeuge zu tun, und mit der Vermittlung dieser Werkzeuge an andere Menschen. Und kann beobachten, wie andere Menschen mit den Werkzeugen Erfolg haben, oder eben auch nicht.


Aus meiner Sicht gibt es drei bestimmende Faktoren für den Erfolg - und diese sind dieselben, egal ob es um die Anwendung einer umfassenden Management-Methode wie TOC in einem Großkonzern geht oder eines kleinen Werkzeugs wie der Konfliktwolke mit dem Partner.


Ich begann meine Reise als Trainerin mit dem festen Glauben, dass die präzise und korrekte Anwendung des Werkzeugs der Schlüssel zum Erfolg sei.

Mit detaillierten Anweisungen, Demonstrationen und Korrekturen versuchte ich die Teilnehmenden zu unterstützen. Doch schnell wurde klar, dass dieser Ansatz nicht die erwarteten Ergebnisse brachte. Immer wieder verließen Teilnehmende das Training frustriert und mit dem Gefühl, intellektuell nicht mithalten zu können, oder ein kompliziertes und im Alltag unpraktikables Werkzeug gelernt zu haben.


Eine eingehende Selbstreflexion ergab: ich wendete die Werkzeuge selbst auch nicht im Alltag an - sie fühlten sich für mich auch sperrig und kompliziert an. Wie konnte ich sie dann glaubwürdig vermitteln? Wirkliche Glaubwürdigkeit setzt Vorleben voraus.


Und kam zu der Erkenntnis: eigentlich ist es gar nicht so kompliziert. Es bewährte sich schnell, die Teilnehmenden einfach intuitiv mit der Konfliktwolke experimentieren zu lassen und sie von die Struktur des Werkzeugs führen zu lassen. Die Angst, etwas falsch zu machen, wich einer neuen Begeisterung der Teilnehmenden, die Wolke zu nutzen um Konflikte zu analysieren und zu verstehen. Sie begannen Fragen zu stellen und gezielt das zu lernen, was sie benötigten, um das Werkzeug effektiv zu nutzen.


Doch obwohl die Teilnehmenden nun die Werkzeuge auf ihre Fragestellungen anwenden konnten, erzielten sie nicht immer die erwarteten Ergebnisse, wie etwa bei der Konfliktwolke eine echte Win-Win-Lösung


Technische Fehler, wie die Wiederholung der Handlung anstelle des dahinter liegenden Bedürfnisses, können den ganzen Aufwand zunichte machen. Es macht also schon Sinn, genau hinzuschauen und sicherzugehen, dass alles korrekt ausgeführt wurde.


Doch der kritischste Faktor ist meiner Meinung nach das Mindset, die Haltung, mit der das Werkzeug angewendet wird. Das Mindset kann individuelle und zwischenmenschliche Barrieren errichten, oder niederreißen.

Der Glaube, dass die Realität nun mal zu kompliziert ist, um sie zu verstehen oder die Tendenz, böse Absichten bei der Gegenseite zu unterstellen, hinderten die Teilnehmenden immer wieder daran, die Realität zu sehen, wie sie ist und wirkliche Win-Win-Lösungen zu finden.


Diese drei Faktoren sehe ich als Schlüssel für Erfolg, egal mit welcher Methode:

  • Das Vorleben durch die Führung: nur so wird die Veränderung glaubwürdig

  • Ein eingehendes Verständnis der Zusammenhänge für die Auswahl einer geeigneten Methode und ihrer korrekten Anwendung: hier ist es sehr hilfreich, externe Experten hinzuzuziehen

  • Die Haltung hinter der Methode: nur so wird die Methode im Sinne der Erfinder angewendet zum Erfolg führen (statt für die Aufrechterhaltung des Status Quo verbogen und missbraucht zu werden): Sind Mitarbeitende faule Hunde oder motivierte Sinnsuchende? Das Mindset bestimmt den Erfolg.

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