Warum kleine Veränderungen große Ergebnisse bringen können
- Uwe Techt
- 6. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Groß denken. Gezielt handeln. Den einen wirksamen Hebel bewegen.
In vielen Unternehmen ist Veränderung zum Dauerzustand geworden: neue Initiativen, Programme, Transformationen. Es wird investiert – Zeit, Geld, Aufmerksamkeit des Managements. Und trotzdem bleibt die Wirkung häufig deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Das Ergebnis ist bekannt:Viel Aktivität, wenig messbarer Fortschritt. Frustration im Management. Ermüdung bei Mitarbeitenden. Und eine wachsende Skepsis gegenüber der nächsten „wichtigen“ Initiative.
Die zentrale Frage lautet daher nicht:
Warum setzen wir Veränderungen nicht konsequent um?
Sondern:
Warum setzen wir so viele Veränderungen an Stellen an, die kaum Wirkung entfalten?
Mehr Veränderung erzeugt nicht automatisch mehr Ergebnis
In komplexen Systemen – und Unternehmen sind solche Systeme – ist Wirkung extrem ungleich verteilt. Sehr wenige Faktoren bestimmen zu einem gegebenen Zeitpunkt, wie viel Ergebnis tatsächlich erzielt wird. Der überwiegende Teil gut gemeinter Maßnahmen trägt dagegen nur marginal bei oder erzeugt sogar zusätzlichen Koordinations- und Steuerungsaufwand.
Das ist kein Umsetzungsproblem.
Es ist ein Denkproblem.
Solange Führungsteams die Frage stellen:„Was könnten wir alles verbessern?“werden sie zwangsläufig zu viele Initiativen gleichzeitig starten. Mit bekannten Folgen: Multitasking, widersprüchliche Prioritäten, operative Feuerwehreinsätze und immer längere Durchlaufzeiten.
Der Engpass ist kein Fehler – sondern ein systemisches Phänomen
Jedes zielgerichtete System wird zu jedem Zeitpunkt durch einen oder sehr wenige Faktoren begrenzt. Dieser Engpass ist nicht die Ursache der Probleme. Er ist unvermeidlich.
Die Probleme entstehen durch den falschen Umgang mit dem Engpass.
Typische Muster sind:
Hochqualifizierte Schlüsselressourcen erledigen Aufgaben, die andere genauso gut könnten
Zu viele parallele Projekte konkurrieren um dieselbe Aufmerksamkeit
Lokale Optimierung wird belohnt, obwohl sie den Gesamtdurchsatz nicht erhöht
Management greift ständig ein, um Prioritätskonflikte zu lösen
All das reduziert die wirksame Nutzung des Engpasses – und damit den Output des gesamten Systems.
Kleine Hebel, große Wirkung
Die wirksamsten Veränderungen sind oft erstaunlich unspektakulär. Sie betreffen nicht „das ganze Unternehmen“, sondern sehr gezielt:
den Engpass selbst
und die wenigen Regeln, Entscheidungen oder Verhaltensweisen, die seine Nutzung behindern
Ein Beispiel aus der Praxis:
In einem Maschinenbauunternehmen wurde klar, dass nicht alle Konstrukteure, sondern nur wenige Schlüsselpersonen den Durchsatz der gesamten Organisation bestimmten. Zwei einfache Entscheidungen reichten aus:
Diese Personen erledigen nur noch Tätigkeiten, die wirklich ihre Kompetenz erfordern
Sie arbeiten konsequent an einer Aufgabe nach der anderen – ohne Unterbrechungen
Das Ergebnis: 20–40 % mehr Durchsatz, ohne zusätzliche Ressourcen oder Investitionen.
Nicht, weil „alles besser gemacht“ wurde.
Sondern weil das Richtige besser gemacht wurde.
Die entscheidende Führungsfrage
Vor diesem Hintergrund wird klar, warum klassische Managementfragen oft in die Irre führen.
Die Frage ist nicht:
„Was sollten wir als Nächstes verbessern?“
Sondern:
„Was begrenzt aktuell unseren Durchsatz – und welche kleine Entscheidung verändert den Umgang damit?“
Diese Frage reduziert Komplexität. Sie schafft Fokus. Und sie setzt Management-Aufmerksamkeit dort ein, wo sie tatsächlich Wirkung entfaltet.
Fazit
Erfolgreiche Veränderung bedeutet nicht, immer mehr zu tun.
Sie bedeutet, das eine Richtige zu tun – zur richtigen Zeit, am richtigen Punkt.
Wer diesen Hebel findet und konsequent bewegt, erlebt oft etwas Überraschendes:
Entscheidungen werden klarer. Konflikte nehmen ab. Steuerungsaufwand sinkt. Und Ergebnisse verbessern sich schneller als erwartet.
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