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Strategie unter der Lupe

Aktualisiert: 13. Dez. 2023

Planung und Umsetzung


Jeder, der sein Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln will, wird auf Dauer nicht ohne Strategien auskommen. Wie Marjorie Cooper in ihrem Artikel „Traditional Strategy Models and Theory of Constraints” erklärt, bezeichnet eine Strategie im traditionellen Sinne den Weg, den ein Unternehmen geht, um seine


gesteckten Ziele zu erreichen. Doch die Entwicklung von Strategien und Taktiken an sich ist noch lange keine Erfolgsgarantie. In vielen Unternehmen leiden Strategien unter Problemen in der Planung und der Umsetzung, die dazu führen, dass sie nicht ihr volles Potential entfalten oder gar vollkommen wirkungslos verpuffen. Dieser Blogeintrag zeigt die häufigsten Fehler und was Sie dagegen tun können.


Sorgfältige Planung

Dass Strategien nicht ohne Planung auskommen, erscheint so offensichtlich, dass es fast nicht der Rede wert ist. Leider wird diesem Aspekt trotzdem oft nicht genügend Sorgfalt entgegengebracht. Ausführliche Planung erscheint vielen Managern trocken und realitätsfern – doch Studien legen nah, dass robuste Planung zu weit höheren Erfolgschancen führt. Gute Planung legt den Grundstein für alle weiteren Schritte, damit die Strategie auch wirklich zum gewünschten Ziel führt – von der Erstellung über die Umsetzung bis zur Überwachung des Fortschrittes. Erster Schritt der Planung ist die Analyse der Ausgangssituation.

Gründliche Analyse

Eine Strategie baut auf verschiedenen Annahmen auf – Annahmen über das Unternehmen und seine Stärken, über die Bedürfnisse der Kunden oder über den Markt. Eins wird sofort klar: sind diese Annahmen inkorrekt, hat die Strategie wenig Erfolgschancen. Wichtig ist also gleich zu Beginn eine sorgfältige Analyse sowohl der eigenen Kompetenzen wie auch des Umfeldes, in dem das Unternehmen wirkt. Hierfür gibt es bewährte Leitfäden, auf welche Aspekte man achten soll – etwa auf Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren. Doch damit nicht genug. Eine gute Analyse berücksichtigt die zahlreichen Wechselbeziehungen und Ursache-Wirkungs-Effekte innerhalb des Systems. Denn eine Veränderung in einem Bereich des Unternehmens wird oft Auswirkungen auf andere Bereiche haben. Daher müssen diese unerwünschten Nebeneffekte und andere „Was wäre wenn“-Szenarien sorgfältig erforscht werden, um später böse Überraschungen zu vermeiden.

Von der Information zum Plan

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die erfolgreiche Synthese der gewonnenen Daten in eine tatsächliche Strategie. Denn noch wissen Sie nicht, wie diese Informationen verwertet werden können, um sie in eine wirkungsvolle strategische Planung einfließen zu lassen. Hierzu braucht es einen robusten Denkprozess.


 Die drei Fragen

  1. Was soll geändert werden?

  2. Wohin soll die Veränderung führen?

  3. Wie soll die Veränderung verursacht werden?


bieten das Gerüst, das Sie benötigen, um aus der Ist-Situation (die Sie dank Ihrer gründlichen Analyse nun genau kennen) zu erarbeiten, wohin Sie Ihr Unternehmen führen wollen (Ihr Ziel) und wie genau Sie das bewerkstelligen wollen (Ihre Strategie).

Eine Strategie braucht Umsetzung

Nach der Erstellung eines soliden Strategieplans geht es an die Praxis: die Strategie will in die Realität umgesetzt werden, denn auf dem Papier alleine wird sie wenig Wirkung zeigen. Doch in diesem Stadium geht besonders vielen Strategieplänen die Luft aus. Sind die Strategien erst mal erarbeitet, klopft sich das Management auf die Schulter und sieht die Angelegenheit als erledigt an. Doch nun fängt die eigentliche Arbeit erst an!


 Eine gesunde Strategie- und Taktik-Implementierung sollte die folgenden fünf Aspekte beinhalten:

  1. Alle Bereiche des Unternehmens müssen in die Strategie mit einbezogen werden. Regeln und Prozeduren werden angepasst, um zu vermeiden, dass lokale Ziele verfolgt werden, die der Strategie nicht zuträglich sind oder gar schaden.

  2. Entsprechend werden auch Kennzahlen und Leistungsbewertungen in allen Bereichen auf die Unternehmensstrategien ausgerichtet.

  3. Die Kommunikation im Unternehmen fördert bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Sinne des gemeinsamen Zieles.

  4. Prioritäten auf allen Ebenen und in allen Bereichen werden gemäß der unternehmensweiten Strategien gesetzt. Angemessene Mechanismen werden eingeführt, damit sie auch befolgt werden.

  5. Fortlaufende Analyse sowie interne Feedbackschleifen sorgen dafür, dass das Unternehmen weiterhin den korrekten Kurs hält oder dieser gegebenenfalls angepasst werden kann.

Fallstricke und Fokus

 Kommunikation muss sein

Damit eine Strategie wirklich erfolgreich ist, muss jeder im Unternehmen mithelfen. Doch das funktioniert nur, wenn alle überhaupt erst Bescheid wissen. Jeder Bereich, jeder einzelne Mitarbeitende sollte wissen, was die Strategie für sie oder ihn bedeutet und wie genau seine Arbeit dazu beiträgt. Hier braucht es also klare und kohärente Kommunikation auf allen Ebenen.


Dabei helfen zum Beispiel Workshops, regelmäßige Updates über die verschiedenen Management-Ebenen, oder auch nur entsprechende Infotafeln, auf die sich die Mitarbeitenden beziehen können. Dadurch hat nicht nur jeder die unternehmensweiten Ziele im Auge – es fördert auch den Zusammenhalt und die Kooperation zwischen den einzelnen Bereichen.

 Interne Konflikte

In der Tat sind lokale Optima und interne Konflikte ein Problem, mit dem Strategieplanung oft zu kämpfen hat. Hat jede Abteilung eigene Ziele und Kennzahlen, an denen Leistung gemessen wird, kommen sie sich gerne gegenseitig in die Quere, anstatt gemeinsam zum Wohl des Unternehmens zusammenzuarbeiten. Dazu kommt häufig eine Art „Machtgefälle“, das diese Ressentiments weiter verschärft.

Ein Beispiel: Vertrieb oder Marketing sind weitgehend abhängig von der Produktion, denn sie können nur versprechen, verkaufen oder anbieten, was auch hergestellt werden kann. Die Produktionsabteilung empfindet allerdings keine derartige Abhängigkeit vom Vertrieb – im Gegenteil, hier besteht oft der Eindruck, dass dem Kunden vom Vertrieb Unmögliches versprochen wird, was letztendlich die Produktion liefern – also „ausbaden“ – muss. Durch diese gefühlte einseitige Abhängigkeit entsteht leicht ein feindseliges Verhältnis zwischen beiden Abteilungen – eine denkbar schlechte Voraussetzung für fruchtbare Zusammenarbeit. Dabei sollte es offensichtlich sein, dass alle Abteilungen an einem Strick ziehen: jedem Mitarbeitenden ist am Überleben des Unternehmens (und somit seines Arbeitsplatzes) gelegen. Es gilt also, diese gemeinsamen Ziele für alle klar zu erarbeiten und die internen Konflikte zu beseitigen. Dabei helfen Ihnen Tools wie die Konfliktwolke, die dazu dient, den Kernkonflikt zu identifizieren und zu entfernen und anschließend eine für alle zufriedenstellende Lösung (Win-Win) zu erarbeiten.

 Unangemessene Kennzahlen

Oft werden intern Verhaltensweisen belohnt, die den langfristigen Zielen des Unternehmens entgegengesetzt sind. Dies findet man zum Beispiel bei Projekten, wo Mitarbeitende daran gemessen werden, ob sie Liefertermine einhalten können – die ihrerseits meist auf ihren eigenen Zeitschätzungen beruhen. Das führt unweigerlich dazu, dass Schätzungen abgegeben werden, die auch ganz sicher eingehalten werden können: die Projektdauer ist nun schon im Plan viel länger als nötig. Hier ist also Umdenken gefragt. Alle Kennzahlen und Belohnungsmechanismen müssen auf die langfristigen Ziele des Unternehmens ausgerichtet sein. Dabei können durchaus lokale Kennzahlen erarbeitet werden. Nur sollten Sie darauf achten, dass diese nicht im Widerspruch zu bereichsübergreifenden Zielen stehen und so den Fortschritt des Unternehmens behindern.

 Kontrolle und Flexibilität

Wurden adäquate Prozesse eingeführt, müssen diese natürlich auch befolgt werden. Rigorose Kontroll- und Feedbackmechanismen sind also gefragt. Haben Sie messbare Ziele gesteckt, sind diese mit der entsprechenden Software einfach zu überwachen und zu kommunizieren. Nutzen Sie diese Möglichkeit und bieten Sie am besten tägliche Updates über Fortschritte. So wissen die Mitarbeitenden jederzeit, woran sie sind. Zudem kann das Unternehmen bei unerwarteten Problemen schnell und agil reagieren. Doch nicht nur das – auch Analyse und Marktrecherche sind ein fortlaufender Prozess! Die Umstände ändern sich, der Markt wie auch das eigene Unternehmen entwickeln sich ständig weiter. Daher ist es wichtig, dass ein nie endender Feedback-Kreis Teil der Strategieplanung ist. Das Unternehmen muss flexibel genug sein, seine Strategien wenn nötig anzupassen. Eins ist sicher: auch das erfolgreichste Unternehmen darf sich zu keinem Zeitpunkt auf seinen Lorbeeren ausruhen. Es muss sich ständig weiterentwickeln, wenn es langfristig relevant bleiben möchte.

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Quelle: Marjorie J. Cooper, „Traditional Strategy Models and Theory of Constraints” aus dem Buch Cox III, James F., und Schleier Jr., John G., Hgg. Theory of Constraints Handbook. New York: The McGraw-Hill Companies Inc., 2010. S. 501-514



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