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Kategorien legitimer Vorbehalte

Die Kategorien legitimer Vorbehalte (KLV) dienen der logischen Prüfung von Kausalzusammenhängen. Sie wurden von Dr. Eliyahu Goldratt zur Arbeit mit seinen Denkwerkzeugen der Theory of Constraints entwickelt, doch ihre Einsatzmöglichkeiten gehen weit darüber hinaus. So können sie im Unternehmensalltag etwa benutzt werden, um Vorschläge und Hypothesen auf ihre Validität zu überprüfen, Fehler zu finden und konstruktives Feedback zu geben. Wir wollen sie im Folgenden kurz vorstellen; eine ausführlichere Methodenbeschreibung ist im Projektmagazin erschienen und kann oder bei uns per Email an hannah.nowak@vistem.eu angefordert werden.


Die KLV beruhen auf der Grundregel:

„Versuche erst zu verstehen, bevor du versuchst, verstanden zu werden“.

So bieten sie einen weitgehend konfliktfreien Rahmen, um kontroverse Punkte zu analysieren und konstruktive Kritik zu leisten. Natürlich müssen alle Beteiligten bereit sein, sachlich zu diskutieren – für emotionale Themen ist die Methodik nicht geeignet. Oft kann es zudem hilfreich sein, eine externe Person hinzuzuziehen, um eine unvoreingenommene Perspektive zu erhalten.


Die Kategorien Legitimier Vorbehalte in der Praxis


Die KLV werden in acht Schritten auf drei Ebenen durchgeführt. Die drei Ebenen sollten strikt der Reihe nach durchgegangen werden, doch innerhalb jeder Ebene können die Schritte in jeder beliebigen Reihenfolge durchgenommen werden.


Klarheit

Schritt 1: Prüfen Sie, ob Sie alle Elemente richtig verstanden haben. Hinterfragen Sie, was Sie (oder die Gruppe) damit genau meinen, bis alle Elemente klar sind.


Existenz

Schritt 2: Prüfen Sie, ob alle Aussagen wahr und realistisch sind – unabhängig von der Kausalität.

Schritt 3: Prüfen Sie, ob die kausalen Verbindungen zwischen den Aussagen plausibel sind (existieren).


Kausalität

Schritt 4: Prüfen Sie, ob eine Ursache-Wirkungs-Umkehr vorliegt. Ist die Ursache tatsächlich der Auslöser? Könnte die Kausalität andersrum sein als behauptet?

Schritt 5: Prüfen Sie, ob ein Zirkelbezug (Tautologie) vorliegt: Können Sie Ursache und Wirkung vertauschen und es macht immer noch Sinn? Brechen Sie den Zirkelbezug, indem Sie die schwammige (oft ein negatives Bild einer Person/Gruppe zeichnende) Ursache durch etwas Konkretes, Beweisbares ersetzen!

Schritt 6: Prüfen Sie die Ursache mit dem vorhersagbaren Effekt – wenn Sie einen weiteren Effekt der zu prüfenden Ursache finden, dann haben Sie ihre Existenz bestätigt.

Schritt 7: Prüfen Sie, ob die genannte Ursache ausreichend ist. Müssen weitere signifikante Ursachen zu dem zu prüfenden Effekt beitragen, damit er eintritt?

Schritt 8: Prüfen Sie, ob eine andere Ursache relevanter ist. Könnte eine andere, unabhängige Ursache den gleichen Effekt verursachen?


Zu jedem Zeitpunkt der KLV-Analyse könnten Sie feststellen, dass Ihre Prämisse (Aussage) nicht stimmt. Sie sollten dann selbstverständlich den neu entdeckten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ebenfalls anhand der KLV prüfen – beginnen Sie dazu wieder bei Schritt 1.


Um im Detail zu erfahren, wie die einzelnen Schritte durchführen sind, lesen Sie die vollständige Methodenbeschreibung im Projektmagazin. Dort wird jeder der Schritte erklärt und an Beispielen illustriert, und Sie erhalten weitere hilfreiche Tipps zur Umsetzung. Gerne können Sie auch ein PDF der Methodenbeschreibung per E-Mail anfordern.

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